Vorsorgeuntersuchung
Schwangerschaftsdiabetes: Urintest unzuverlässig
Der gängige Urintest zur rechtzeitigen Erkennung von Schwangerschaftsdiabetes versagt einer Studie zufolge in neun von zehn Fällen. Im Verlauf der Untersuchung sei der Test bei 1.000 Schwangeren auf seine Zuverlässigkeit überprüft worden, teilte die Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin mit. Dabei habe sich das Verfahren als ungeeignet erwiesen. "Nur jede zehnte zuckerkranke Schwangere wurde erkannt", sagte der Geburtsmediziner Kai Bühling. Unter dem Strich knapp doppelt so teuer, aber weitaus zuverlässiger, sei ein oraler Glukose-Toleranztest, bei dem vor und nach der Einnahme einer Zuckerlösung eine Blutprobe entnommen wird.
Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen machten jährlich 800.000 Frauen in Deutschland mehrmals den Urintest, teilte das Klinikum weiter mit. Während der Schwangerschaft können Frauen eine vorübergehende Zuckerkrankheit entwickeln. Rechtzeitig erkannt sei dieser Schwangerschaftdiabetes gut zu behandeln. Andernfalls bestehen Risiken für Mutter und Kind. So kann es zu Harnwegsinfektionen, erhöhtem Risiko für Bluthochdruck und als Spätfolge sogar zu einer dauerhaften Erkrankung an Diabetes kommen.
Die Originalstudie soll nach Angaben der Charité im Fachblatt »European Journal of Obstetrics and Gynecology and Reproductive Biology« veröffentlicht werden.
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