Ein weiteres Triptan zur Migränetherapie: Eumitan®
Fast könnte man meinen, für eine Erweiterung der inzwischen recht umfangreichen Triptan-Palette besteht kein Bedarf. Doch wegen der interindividuell unterschiedlichen Ansprechquoten verbessert jeder neue Vertreter dieser Substanzklasse die Summe der erfolgreich behandelten Patienten. So ist beispielweise die Bioverfügbarkeit eines Triptans nicht für jeden Patienten die gleiche.
Patienten und Symptomatik
Migräne lässt sich durch Kopfschmerzen und Begleitsymptomatik charakterisieren:
12 bis 15% der Frauen, 6 bis 8% der Männer und ca. 6% der Kinder leiden an Migräne, die im Alter ab dem 50. Lebensjahr teilweise oder komplett verschwindet.
Es sind attackenförmige, häufig einseitige, pulsierende Kopfschmerzen, die zum Unterschied zum Spannungskopfschmerz immer vegetative und visuelle Begleitsymptome aufweisen.
Appetitmangel fast immer
Übelkeit 80%
Erbrechen 40 bis 50%
Lichtscheue 50%
Lärmempfindlichkeit 50%
Geruchsaversionen 10%
Die Vielfalt der Ursachen für Kopfschmerzen lassen bei ihrer Fortdauer eine ärztliche Diagnose ratsam erscheinen, insbesondere im Gefolge von Traumen oder wenn es nach neurologischen oder transitorischen, ischämischen Attacken (»Schlagerl«) zu Migräneattacken kommt (Pseudomigräne).
Selbstmedikation und ärztliche Rezeptur
Bei leichten bis mittleren Migräneanfällen sind »ASS« und »Paracetamol« in einer Dosis von jeweils 1000 mg erste Wahl, ebenso »Diclofenac« und andere NSAR. Die früher so intensiv verordneten Secale-Alkaloide sollten heute damit befriedigend eingestellten Patienten vorbehalten bleiben. Allenfalls bei besonders lang anhaltenden Attacken haben sie noch Bedeutung. Weil ihnen so wie übrigens auch dem »Ergotamin« und »Dihydroergotamin« die Wirkung auf die Begleitsymptomatik fehlt, ist 15 Minuten vorher eine »Metoclopramid«-Gabe (Paspertin®) anzuraten.
Die Triptane haben seit ihrer Einführung die Therapie der Migräne revolutioniert. Die Tabelle gibt einen Überblick über ihre kinetischen Kenndaten (Tab. 1). So beeinflusst die Zeit bis zur Erreichung des maximalen Plasmaspiegels (tmax/h) die Schnelligkeit des Wirkeintrittes. Hier stehen »Rizatriptan« und »Eletriptan« an der Spitze. Entsprechende Applikationsformen wie Nasenspray und Lyotabletten können den Wirkeintritt zusätzlich beschleunigen. Am schnellsten ist die s.c.-Gabe von »Sumatriptan« (10 Minuten).

Beim zuletzt eingeführten Triptan, dem »Frovatriptan«, sticht sofort die lange Halbwertszeit hervor und lässt die Frage nach ihrer Bedeutung für die Therapie offen.
»Frovatriptan«
(Eumitan®-Filmtabletten)
Der Wirkstoff ist schon seit mehreren Jahren in den USA auf dem Markt (Frova®) und wurde jetzt von der Fa. Menarini auch in Österreich eingeführt. Eumitan® ist IND-kassenfrei und kostet pro Packung zu 2 St. Euro 11,05 und zu 4 St. Euro 20,80 (KKP).
Chemie und Wirkungsweise
Auch dieses Triptan weist ein Indolgrundgerüst auf, wie die Formel zeigt.
Wie alle Gruppenvertreter bindet »Frovatriptan« selektiv an bestimmte Rezeptorsubtypen des 5-Hydroxtryptamins, die für die extrazerebralen, intrakranialen Gefäßvasodilatationen beim Migräneanfall verantwortlich sind und führt in weiterer Folge zur Gefäßkonstriktion.
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»Frovatriptan«
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Pharmakokinetik und Dosierung
Die entsprechenden Kenndaten sind der Tabelle 1 zu entnehmen. Interessant ist die um die Hälfte niedrigere Cmax bzw. AUC bei Männern, verglichen mit Frauen. Sie ist klinisch nicht nachteilig, weil selbst nach 16-facher Überschreitung der Normdosis weibliche Migräne-Patienten keine negativen Reaktionen zeigten. Nahrung hat keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit, verzögert aber den Zeitpunkt der maximalen Blutspiegel um eine Stunde.
Dosierung: Die Einnahme einer Tablette zu 2,5 mg sollte zu Beginn des Migräneanfalles mit einem Glas Wasser erfolgen. Bessern sich zuerst die Beschwerden, um später aber wieder aufzutreten, dann ist die neuerliche Einnahme einer Tablette möglich, wenn dazwischen eine Pause von 2 Stunden liegt.
Indikation: Sie umfasst die akute Behandlung von Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit oder ohne Aura. Im Vergleich zu anderen Triptanen schneidet Eumitan® bezüglich der erzielten Rate »Schmerzfreiheit in den ersten beiden Stunden« mit 9 bis 14% (statt durchschnittlich 30%) bedeutend schlechter ab (siehe Tara-News Relpax®, ÖAZ 1/2002, S. 5), eine Folge des langsamen Blutspiegelaufbaues.
Dafür liegt die Rate des »Wiederkehrkopfschmerzes« (Recurrence) mit nur 10 bis 25% im unteren Bereich der Substanzklasse. Insofern ähnelt Eumitan® dem »Naratriptan«, das ebenfalls eine später einsetzende und länger anhaltende Wirkung bei Migränepatienten zeigt. Solche Triptane eignen sich insbesondere für die Behandlung von lang anhaltenden, mittelschweren Attacken und verstärkten »Wiederkehrkopfschmerz«.
Sicherheit
Tendenziell ist die Nebenwirkungsinzidenz (Schwindel, Müdigkeit, Parästhesien, Kopfschmerzen, Flush) geringer als bei den anderen Triptanen. Pro Tag sind 2 Eumitan®-Tabletten zulässig. Eine mehrtägige Behandlung kann durch Kumulation zu Nebenwirkungen führen. Die für Triptane bestehenden Vorsichtsmaßnahmen und Anwendungseinschränkungen gelten auch für Eumitan®.
Verwendete Grundlagen:
Austria-Codex Fachinformation Eumitan®
»Migränetherapie: 5-H-Tryptamin-Agonisten 10 Jahre nach der Einführung« Med. Monatsschr. Pharmazeuten, 2, 6669 (2002)
G. E. Füger »Migräne Pathopyhsiologie und medikamentöse Therapie« Mediziner; Heft 12, 3141 (2003)
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Vorgestellte Präparate 2003:
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| Avodart® |
ÖAZ |
10, S. |
453 |
| Cialis® |
ÖAZ |
6, S. |
261 |
| Concerta® |
ÖAZ |
18, S. |
837 |
| Copegus® |
ÖAZ |
17, S. |
789 |
| Elidel® |
ÖAZ |
3, S. |
101 |
| Evra® |
ÖAZ |
19, S. |
885 |
| Fuzeon® |
ÖAZ |
14, S. |
645 |
| Hepsera® |
ÖAZ |
16, S. |
741 |
| Lantus® |
ÖAZ |
9, S. |
405 |
| Levitra® |
ÖAZ |
8, S. |
357 |
| Navelbine® |
ÖAZ |
7, S. |
309 |
| Neulasta® |
ÖAZ |
11, S. |
501 |
| Omacor® |
ÖAZ |
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| Repevax® |
ÖAZ |
15, S. |
693 |
| Testogel® |
ÖAZ |
12, S. |
549 |
| Trisenox® |
ÖAZ |
5, S. |
213 |
| Valette® |
ÖAZ |
13, S. |
597 |
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Vfend®
|
ÖAZ
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| Xigris® |
ÖAZ |
4, S. |
149 |
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